Das Elternwochenende - Vorbereitung auf ein neues Leben


 

Das Elternwochenende findet einmal im Jahr statt. Neben der Hospitation und den Einzelgesprächen ist diese Veranstaltung eine der seltenen Möglichkeiten, sich auf die Begleitung eines Kindes in einer reformpädagogischen Einrichtung vorzubereiten. Da die Schulzeit hier auch für euch als Eltern eine andere ist als für eure Nachbarn, ist diese Vorbereitung notwendig. Im Allgemeinen könnt ihr nicht auf Erfahrungswissen zurückgreifen, denn die wenigsten waren auf einer reformpädagogischen Schule. Wenn ihr eure eigene Schulerfahrung zitiert, ist das in der Regel kaum vergleichbar, denn nicht nur Schulkonzepte haben sich verändert, auch die Gesellschaft verlangt andere Kompetenzen, unsere Einrichtung auch.

 

Einmal im Jahr treffen wir uns zum Elternwochenende, um die Materialien kennenzulernen, das Konzept zu diskutieren und andere Eltern und deren Fragen zu erleben.  

 

Früher war das anders. Wir trafen uns 14-tägig zum Pädagogischen Lernabend, um mit den Materialien zu arbeiten und pädagogische Fragen zu diskutieren. Übrig geblieben ist einmal im Jahr ein Pädagogischer Lernabend und ein Elternwochenende. Das gegenseitige Kennenlernen, welches ja erst eine individuelle Betreuung eurer Kinder ermöglicht, muss nun auf anderen Wegen passieren. Das ist nicht immer einfach und so mancher Konflikt rührt daher, dass die gegenseitigen Erwartungen nicht ausreichend kommuniziert wurden. Die Notwendigkeit, sich zu fragen, warum man an dieser Einrichtung ist und was das an Herausforderungen und Umdenken bedeutet, ist in den letzten Jahren jedenfalls nicht geringer geworden. Wenn Eltern regelmäßig Fachliteratur lesen, in unterschiedlichen Einrichtungen hospitieren und einen sachlichen Meinungsdiskurs zu dieser Pädagogik im häuslichen Bereich führen, dann kann das gelingen. Aber auch das Lesen der Grundlagenliteratur scheint seltener geworden zu sein, oft reichen uns die Häppchen aus Blogs und Zeitschriften. In den Gründungsjahren hatten die Eltern keine andere Wahl, als immer wieder durch eine gründliche Wissensauffrischung ihre Entscheidung zu überprüfen, denn sie hatten keine Erfolgsberichte älterer Schüler oder andere Sicherheiten, auf die sie ihre Vertrauensbasis stützen konnten.  

 

Landweg-Eltern werden einmal im Jahr zu dieser Wochenend-Veranstaltung eingeladen. Das Team nimmt sich viel Zeit für die Vorbereitung des Ablaufs und der Darbietungen, da es auch für das Team ein gutes Vertiefen der pädagogischen Werte ist, aber vor allem eine gute Gelegenheit, euch als Familien kennenzulernen. Manchmal kommt es vor, dass die Relation von Eltern und Pädagogen nicht ganz gewahrt bleibt. Wenn 7 Pädagogen antreten, um mit 12 Eltern zu arbeiten kann in jedem Fall von individueller Elternbetreuung gesprochen werden. Wir werben dafür, dass beide Elternteile das Elternwochenende nutzen, vielleicht im jährlichen Wechsel. Mindestens 2 Elternwochenenden hat ja ohnehin jede Familie in ihrer Landwegzeit besucht, einen im Kindergarten und einen in der Schule. Ihr dürft aber auch zu jedem Angebot wiederholend gehen, denn die Themen sind bestenfalls ähnlich, aber nie gleich, aufbereitet. Das Verstehen der Entwicklungsbedürfnisse der Kindergarten-Kinder und das Begreifen der Lerninhalte eurer Kinder durch das Bespielen der Materialien ist ein wertvoller Schatz. Außerdem lernt ihr fast alle Kollegen kennen, die mit euren Kindern arbeiten.  

 

Viele Eltern fragen sich, ob und wann ihr Kind schulreif ist. Die Altersvorgabe und der Kriterienkatalog der Bundesländer helfen nicht unbedingt weiter, auch wenn sie eine Orientierung bieten. Das Entwicklungsgespräch im Kindergarten kann ebenfalls eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung sein. Neben bestimmten Entwicklungskriterien, spielen bei der Entscheidung die Gruppenaufstellung, die individuelle Reifung, auch Freundschaften, eine Rolle. Für die künftigen Baeker Schüler ist auch von Bedeutung, ob ihr als Eltern für diese Veränderung bereit seid. Könnt ihr gewährleisten, dass ihr die Kinder jeden Morgen pünktlich bringt, es gibt ja keinen Schulbus? Habt ihr die notwendige Zeit für sie, um am Nachmittag mit ihnen den Schulalltag zu besprechen, vielleicht auch zu üben, was ihnen schwerfällt? Traut ihr euren Kinder gewisse Anstrengungen zu und seid ihr im Bedarfsfall bereit, Konfliktsituationen mit ihnen durchzustehen? Habt ihr euch Zeit genommen, Schulabläufe und Personal kennenzulernen? Das Arbeitspensum, der zeitliche Ablauf und die Erwartung an die selbsttätige Arbeit des Kindes sind hoch. Die Themenbreite ist enorm und das altersgemischte Arbeiten eine große Herausforderung. Prüft in jedem Fall ob euer Kind dem gewachsen ist, langfristig auch gewachsen bleiben wird. Wenn ihr euch entschieden habt und die Kinder zu uns kommen, dann bekommt ihr eine kooperierende, leistungsorientierte, weltbildende, offene Schulgemeinschaft mit Lehrern, die engagiert und reflektierend arbeiten und die bereit sind, eine feste Bindung mit euch und euren Kindern einzugehen.